Diskussionsfrage zu Ryan & Deci:
Personen, welche intrinsisch motivierte Tätigkeiten ausüben, zeigen Merkmale, welche von Csikszentmilhalyi (1975) als "Flow" bezeichnet werden. "Flow" wird beschrieben, als ein vollkommenes Aufgehen in der Tätigkeit. Das Erleben zeichnet sich durch Selbstvergessenheit, Verschmelzen von Handlung und Bewusstsein sowie Gefühl von Kontrolle aus.
Wie kann man als Lehrperson das Flow-Erleben bei den Hausaufgaben von Lernenden begünstigen?
Ich denke, dass das Flow-Erleben bei den Hausaufgaben, oder auch bei Aufgaben, die im Klassenzimmer gelöst werden sollen, dadurch begünstigt werden kann, dass sich diese Aufgaben auf die Interessen der SuS beziehen. Wenn die SuS Interesse am behandelten Thema haben, werden sie eher gern an den Aufgaben arbeiten und das «Flow» erleben. Dies kann wiederum meiner Meinung indem erreicht werden, dass die LP relativ offene Aufgaben stellt – wenn es sich also z.B. um eine Schreibaufgabe handelt – wenn die LP sagt «Schreibe 2 Seiten über dein Wochenende» gibt diese Aufgabe den SuS weniger Freiraum, als wenn die Aufgabe lautet «Schreibe 2 Seiten über einen Tag, den du sehr genossen hast». Die zweite Aufgabe lässt den SuS den Tag, den sie beschreiben werden, selber aussuchen, was sie zum Schreiben motivieren könnte.
AntwortenLöschenIch denke, dass hier sicherlich die Relevanz des Lernthemas im täglichen Leben von Wichtigkeit ist. Je deutlicher die Anwendungsmöglichkeiten des Gelernten sind, umso motivierter sind sie Lerner - finden sich also in einem "Flow-Zustand". Ich denke auch, dass sich transdisziplinäre Themen, die konzeptbasiert sind, sich besser dazu eignen, Lerner so zu motivieren, dass sie beim Lernen einen "Flow-Zustand" erreichen.
AntwortenLöschenUm ein Flow-Erlebnis bei den Hausaufgaben zu erreichen, ist es wichtig, bei den Interessen der Kinder anzusetzen und sie möglichst in entsprechenden Bereichen arbeiten zu lassen, damit sie ihre Fähigkeiten entfalten können. Insbesondere projektorientiertes und selbständiges Lernen sowie kreative Tätigkeiten ermöglichen Flow-Erlebnisse. Vor allem kreative Hausaufgaben gehen häufig vergessen. Oftmals sind Hausaufgaben auf Wiederholung oder Vertiefung eines Lerninhaltes ausgerichtet und weniger im musischen Bereich angesiedelt.
AntwortenLöschenFinde ich eine sehr spannende Frage. Den vorherigen Kommentaren kann ich nur zustimmen. Ich denke aber auch, dass es bei den Hausuafgaben auch wichtig ist, dass die Schülerinnen und Schüler weder über- noch unterfordert werden. Dies bedeutet, dass Lehrpersonen die Hausaufgaben den einzelnen Kindern auch anpassen müssen (Bsp. 3 Niveaus).
AntwortenLöschenIch glaube, dass sich die Schülerinnen und Schüler, um Flow-Erleben zu erreichen, in einer Aktivität wiederfinden müssen, die nicht viel mentale Anstrengung, Bewusstsein oder Kontrolle erfordert. Es ist wahrscheinlicher, dass dies bei Aktivitäten von mehr oder weniger langer Dauer geschieht, wie z.B. in einer Kunst-Stunde, in der sich jedes Kind auf seine Arbeit konzentrieren kann, ohne notwendigerweise unterbrochen zu werden oder während es einen Text schreibt. Ich glaube, dass die von einem Lehrer auferlegten Grenzen diese entstehende Konzentration irgendwie unterbrechen können.
AntwortenLöschenEin Beispiel zur Förderung dieses Erlebens könnte sein, jedes Kind die Musik hören zu lassen, die es bevorzugt, so dass es sich "isolieren" und auf seine Arbeit konzentrieren kann.