Diskussionsfrage zu Deci und Ryan
Nach Klieme et al. (2009) beziehen sich die drei Basisdimensionen von Unterrichtsqualität, genauer gesagt die Basisdimension «Soziale Unterstützung» auf die Grundlagen der Selbstbestimmungstheorie. Die Lehrperson soll nach dem SDT im sozial-Unterstützenden Unterricht nämlich genau die drei psychologischen Grundbedürfnisse befriedigen. Nach Helm (2016) ist beim Autonomieerleben der Umgang zwischen Lehrperson und Schüler/innen besonders wichtig. Jener Umgang wird durch Wertschätzung, Ermutigung, Empathie und persönliche Interessen aus der Perspektive der Schüler/innen gekennzeichnet. Dazu kommt, dass auch nach Helm (2016) die soziale Unterstützung als Voraussetzung für die Wahrnehmung der Befriedigung psychologischer Grundbedürfnisse gesehen wird. Dies wirkt sich dann positiv auf die Emotionen und Affekte aus, welches dann einen Einfluss auf die Entwicklung der intrinsischen Motivation hat. Denn Lernmotivation und fachliche Schülerleistungen stehen in einem positiven Verhältnis zueinander.
Demzufolge bin ich der Meinung, dass im Bereich Unterricht und Lernen darauf geachtet werden muss, dass die Schülerinnen und Schüler hauptsächlich ihre intrinsische Motivation fördern damit sie zu einem optimalen Lernerfolg kommen. Ich stelle mir jetzt nur die Frage wie die extrinsische Motivation zum Lernerfolg und zur Lernmotivation steht. Kann es sein, dass die extrinsische Motivation bei den Schüler/innen vermehrt Stress und vielleicht sogar Überforderung auslöst? Gerade dann, wenn die Lehrpersonen zusätzlichen Druck auf die Schüler/innen ausübt? Somit würde ich gerne die vielleicht etwas übertriebene These, «dass extrinsische Motivation eher Lernerfolg- und Lernmotivationshemmend und intrinsische Motivation Lernerfolgs- und Lernmotivationssteigernd wirkt» in den Raum werfen. Ich bin nun auf die verschiedenen Meinungen gespannt.
Theoretisch ja. Das Umfeld und die Einstellung der Familie spielt jedoch eine grosse Rolle bei der Entwicklung von Neugier und Aktivität. So kann es durchaus sein, dass ein Kind bezüglich intrinsischer Motivation zuhause gefördert wurde, ein anderes aber kaum Hobbies hat und Neugierde zeigt. Als Lehrperson können wir dem jedoch von aussen beisteuern, indem wir versuchen diese Kinder extrinsisch zu motivieren, damit sie Erfolgserlebnisse im schulischen Alltag erleben. So kann es durchaus sein, dass ein Kind plötzlich Interesse und Neugierde zeigt. Dann ist unserer Meinung nach, extrinsische Motivation nicht hemmend, sondern fördernd. Inad Nab & ALF
AntwortenLöschenInteressanter Gedanke! Es gibt aber auch Kinder, die durch eine Verhaltensstörung (bspw. ADHS) Mühe haben, intrinsische Motivation überhaupt aufzubauen. Sie sind durch Anreize von aussen, also auf extrinsische Motivation angewiesen, um Leistungsbereitschaft zu zeigen.
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