Diskussionsfrage zu Deci & Ryan
Wie oben bereits erwähnt, können bei der Sozialisation eines Kindes extrinsische Motivationsprozesse nicht umgangen werden. Dies bedeutet, dass sich auch die Schule und somit die Lehrerinnen und Lehrer damit auseinandersetzen müssen. Klar, möchten alle beteiligten Akteure, dass die Lernenden möglichst intrinsisch motiviert sind. Gemäss den Internalisierungsstufen ist dies jedoch etwas, dass prozesshaft ist und sich aus extrinsischem Verhalten heraus entwickelt.
Wie könnte ein solcher Internalisierungsprozess im schulischen Kontext aussehen? Wie können Lehrpersonen und Eltern den Kindern helfen den Prozess erfolgreich zu durchschreiten?
Ich denke, dass das Modell des cognitive apprenticeship eine gute Basis für den Internalisierungsprozess im schulischen Kontext liefert. Vor allem in den frühen Phasen des cognitive apprenticeship werden dem Lernenden die Werkzeuge für das autonome Handeln zu einem später Zeitpunkt gegeben. Das Vorzeigen und Heranführen an die Bewältigung von Aufgaben gibt den Lernenden Sicherheit und ermöglicht die allmähliche Übernahme von Handlungsvorgängen. Dass die Lernenden vor allem in den Anfangsphasen so nahe betreut werden, lässt sie sich sozial eingebunden fühlen und ermöglicht es, direktes Feedback zu geben, was sich wiederum auf die selbstbestimmte Handlungsregulation auswirkt.
AntwortenLöschenDas cognitive apprenticeship ist ein Modell, das sowohl von Lehrpersonen als auch Eltern als Gerüst für Erziehungsbemühungen verwendet werden kann.
Ich verstehe die Internalisierungsstufen etwas anders als du. So wie ich Deci und Ryan verstehe, sind dies Stufen der Motivation, die abhängig von den Regulationsprozessen sowie der Kontrollüberzeugung (engl. locus of causality) sind. Gehst du davon aus, dass jede ursprünglich external regulierte Handlung mit der Zeit (oder mit einer anderen Veränderung) intrinsisch motiviert wird? So wie ich es verstehe, muss nicht jede external regulierte Handlung zwingend internalisiert werden, damit sich Motivation dafür entwickelt. Es gibt einige Handlungen, die extrinsisch motiviert sind und es auch bleiben. Ein Alltagsbeispiel: Kleidung tragen im Sommer bleibt doch auch im Erwachsenenalter extrinsisch motiviert. Es bereitet einem ja keine persönliche Freude, bei Hitze angemessen bekleidet zu sein, sondern ist eher kulturell/gesellschaftlich bedingt - also extrinsisch motiviert. Dennoch ist es wichtig für uns, da wir sonst von anderen komisch angeschaut würden.
AntwortenLöschen